Tobias Rau: Einer, der ausstieg

22.04.2014

Jahrelang war die deutsche Fußballnationalelf auf der Suche nach einem Mann für die linke Seite. Dann schien der Nachfolger für Breitner, Briegel oder Brehme gefunden zu sein: Tobias Rau.

Über Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg kam der sensible Kicker zu Bayern München, reifte dort zum Nationalspieler und zum deutschen Hoffnungsträger als linker Außenverteidiger. Frei und frech interpretierte er seine Rolle, selbst Günter Netzer war hin und weg von dem Blondschopf: "Man kann ihn nicht genug loben".

Doch Rau selbst ging einen ungewöhnlichen Weg, der ihn nach seiner Zeit beim FC Bayern München zu Arminia Bielefeld führte. Immer wieder waren es endlose Verletzungen, die ihn aus der Bahn warfen, dann die Erkenntnis, dem unbändigen Konkurrenzkampf im Profisport für sich selbst ein Ende bereiten zu wollen.  „Sofort nach dem Aufwachen hat man das Gefühl, heute besser sein zu müssen als der Mitspieler. Das ist jetzt vorbei.“ Denn mit 27 Jahren beendete Tobias Rau seine Profikarriere, um an der Universität Bielefeld Sport, Pädagogik und Chemie zu studieren.

Manche Spieler, sagte sein früherer Trainer Ernst Middendorp , bräuchten mehr als andere das Vertrauen des Trainers, das Gefühl, dass sie auch Fehler machen dürften: Dies habe „ganz extrem“ auf Tobias Rau zugetroffen. Ihn selbst ficht das nicht an. Er ist durch eine harte Zeit gegangen, aber anders als andere große Talente hat er früh einen neuen Weg für sich entdeckt.

Tobias Rau taugt mit seiner Geschichte als Vorbild für etwaiige Nachahmer. Und mit dieser Geschichte ist er zu einer Legende geworden. Wir freuen uns auf ihn am 7.6.14 in Berlin.

 

 

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