Ein Mann der klaren Worte: Ioannis Amanatidis

ioannis-amanatidis.com

06.04.2014

Interviews mit Fußballern sind nicht immer eine Freude. Was mancher Kicker am Spielfeldrand zu sagen hat, ist oft von der Angst vor Vertragsstrafen seines Clubs oder internen Auseinandersetzungen geprägt. Ioannis Amanatidis kümmerte das schon immer wenig.


„Man braucht im Anschluss eines Spiels eigentlich keine Interviews mehr zu führen. Es ist immer dasselbe Frage-und-Antwort-Spiel, das kann man sich kaum mehr anhören“, befand der frühere Kapitän von Eintracht Frankfurt einmal in einem Interview. Auch für solche Aussagen liebten ihn die Fans – und die Medien, wenngleich er sich einmal eine gewaschene Auseinandersetzung mit einem Boulevardblatt lieferte, der Amanatidis fortan keine Interviews mehr gab.

Aufrichtig, klar im Denken, pointiert in der Wortwahl – so war er Zeit seines Fussballerlebens. Treffsicher war er auch vor dem Tor. Zwei seiner wichtigsten Tore sind vielen Fußballbegeisterten noch in bester Erinnerung: Am drittletzten Spieltag der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 sicherte der 42fache griechische Nationalspieler mit seinem „goldenen“ Tor in der Türkei seiner Mannschaft den vorzeitigen Einzug in die Endrunde.

Im Oktober 2008 rettete Amanatidis seinem damaligen Trainer Friedhelm Funkel in Frankfurt die Stelle. Trotz schwerer Knieverletzung und starker Schmerzen kämpfte er in der Partie gegen den Karlsruher SC wie ein Löwe, erzielte das Spiel entscheidende 2:1 und sorgte damit dafür, dass seine Eintracht vom letzten Tabellenplatz auf Rang 15 kletterte. „Es ist doch mein Job, ordentlich zu spielen. Wenn das gelingt, bekomme ich Anerkennung, dafür werde ich bezahlt“, sagte er damals.

Doch Anerkennung ist im Fussballgeschäft nur kurzlebig. Von Funkels Nachfolger Michael Skibbe wurde er kurzzeitig suspendiert, als er sich gegen dessen öffentliche Kritik wehrte. In dieser Zeit ging es für Eintracht Frankfurt bergab. Skibbe wurde entlassen, Christoph Daum kam. Auch der konnte den Abstieg des Traditionsclubs nicht verhindern. Als Amanatidis forderte, „jetzt müssen wir ausmisten“, kam es zum endgültigen Bruch mit seinem Club. Eine gerichtliche Auseinandersetzung endete in einem Auflösungsvertrag. „Ich will die letzte Zeit hier schnell vergessen und die wunderschöne Zeit, die ich hier hatte, mitnehmen und mich für immer daran erinnern“, erklärte Amanatidis kurz danach.

Sechs Jahre hatte Amanatidis für Frankfurt gestürmt, in der Zeitrechnung des Profifußballs eine Epoche“, erinnern sich die 11FREUNDE. Als Kapitän war er jahrelang der Vorzeigeprofi des Clubs, der sich auch neben dem Spielfeld engagierte. In seiner Funktion als Anti-Gewalt-Botschafter in Hessen besuchte er Schulen, in denen der gebürtige Grieche über seine Erfahrungen als Migrant in Deutschland berichtete.

Inzwischen hat Amanatidis andere Wege eingeschlagen. Seinen Hauptwohnsitz hat er auf die griechische Insel Zypern verlegt. Zeitweise hält er sich in Thessaloniki und in Frankfurt auf. In der hessischen Metropole hat er sein Lokal „Der Grieche“ am Start, das glänzend floriert. Mit dem Label iam-exposure ist Ioannis Amanatidis zudem Trendsetter in Sachen Mode. Daneben hat er die Trainer-B-Lizenz erworben und strebt die Fussballlehrer-Lizenz an , um zukünftig Profimannschaften coachen zu können.

Am 7.6.14 dürfen wir Ioannis Amanatidis in der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ begrüßen.



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